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SSH Open Marketplace: Editathon in Bonn

Der erste Editathon zur Kuration und Neuanlage von Ressourcen im SSH Open Marketplace fand vor zwei Jahren statt (Rückblick); in einer Neuauflage haben wir uns am gleichen Ort und sogar etwa zur gleichen Jahreszeit zusammengefunden – mit vielen neuen Aufgaben, aber auch Features und außerdem in neuer Besetzung.

An einem lauen Sommerabend trafen sich die ersten hungrigen Teilnehmenden bereits am Vorabend des Editathon am Rheinufer in Bad Godesberg, um das leibliche Wohlbefinden und auch den geistigen Hunger mit schöner Aussicht und vorbereitenden Gesprächen zu stillen.

Rheinfähre Bad Godesberg im Abendlicht
Foto: Nanette Rißler-Pipka, CC BY 4.0

Am 2. Juli ging es dann in der Geschäftsstelle der Max Weber Stiftung frisch gestärkt mit allen Teilnehmenden, die teilweise weit angereist waren, los. Bei einer Begrüßungsrunde wurde gleich das „Gepäck“ für den Tag vorgestellt, denn die meisten hatten einen konkreten Fall, Eintrag oder sogar Workflow mitgebracht.

Ganz gleich aus welchem Arbeits- und infrastrukturellen Kontext die Teilnehmenden stammten, alle fanden ein Anwendungsszenario im SSH Open Marketplace, das zu ihnen passte. Im Kontext der NFDI (und des GKFI e.V.) war es besonders schön, dass es hier live eine Gelegenheit der Vernetzung und Abstimmung von Angeboten gab. Text+ war als mitveranstaltendes Konsortium zwar am stärksten vertreten, aber auch NFDI4Culture nahm teil und prüft aktuell, ob der eigene Service-Katalog in den SSH Open Marketplace eingespeist werden könnte.

Die fragmentierte und heterogene Landschaft der Forschungsinfrastrukturen der Geistes- und Sozialwissenschaften stellt die Community vor einige Herausforderungen. Teilnehmende präsentierten Use Cases, die dafür Lösungen anbieten, wie zum Beispiel die Anbindung über eine API. Wieder einmal wurde klar: Offenheit, sowohl technisch als auch organisatorisch und sozial, ist die Grundlage der Zusammenarbeit dieser gemeinsamen Infrastruktur auf europäischer Ebene. Dies funktioniert über den Verein Geistes- und kulturwissenschaftliche Infrastrukturen e.V. (GKFI) und die nationalen Knoten der europäischen Infrastrukturen wie CLARIN-D1, DARIAH-DE2 und OPERAS-GER3. Die in den nationalen Knoten versammelten Partnerinstitutionen finden sich mit den angebotenen Diensten jeweils in unterschiedlichen, zeitlich befristet geförderten Projekten wie Text+, NFDI4Culture, NFDI4Memory, NFDI4Objects sowie SeDOA wieder.

Screenshot von Präsentationsfolie

Beispiele für die erfolgreiche Nutzung des API-Calls sind das NFDI-Konsortium Text+ und der GKFI e.V. Beide Infrastrukturverbünde kuratieren ihre Angebote im SSH Open Marketplace (SSHOMP) und versehen sie mit entsprechenden Keywords für den Call. Über weitere Metadaten, z.B. Activities nach TaDiRAH4, werden zusätzliche Filteroptionen implementiert. Insgesamt bietet sich der SSHOMP für beide Verbünde an, da Angebote so an einer zentralen Stelle gepflegt werden, die Darstellung auf den jeweiligen Webportalen (per nightly build) automatisch funktioniert und gleichzeitig die Verantwortlichkeit für die Pflege der Einträge im SSHOMP im Bereich der anbietenden Institutionen bleibt. Text+ kuratiert zusätzlich noch seine Trainingsangebote und Tutorials über den SSHOMP. Dies betrifft die Metadaten zu den Trainingsangeboten.

Für das Hosting von Schulungs- und Trainingsmaterial bietet darüber hinaus DARIAH-EU mit DARIAH Campus eine zentrale Plattform an, die auch teilweise mit dem SSHOMP verbunden ist. DARIAH-EU nutzt den SSHOMP als Datenquelle für den DARIAH Tools and Services Catalogue. Beitreiber können Einträge so selber pflegen, ihre Werkzeuge und Dienste werden im zentralen Katalog aktuell dargestellt. Auch für das Reporting der Mitglieder (z. B. DARIAH-DE) dient der SSHOMP als flexible Datenquelle, aus der Einträge in das interne Reporting-Tool übernommen werden können. In dieser doppelten Funktion erleichtert die Datenbank des SSHOMP das Ausfüllen des Reportings und erhöht die Sichtbarkeit der Ressourcen.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit des SSH Open Marketplace aus? Unabhängig von Projektförderung besteht eine Absicherung über den SSHOC Science Cluster und die Plattform wird gemeinsam finanziert von DARIAH-EU, CLARIN-ERIC und CESSDA, die mit ihren Mitteln für einen langfristigen Betrieb sorgen.

Der Vormittag war von Input zum Kontext der europäischen und nationalen Infrastrukturlandschaft sowie den konkreten bis jetzt schon verwirklichten Use Cases bzgl. der API-Anbindung geprägt. Als Einleitung zur Hands-On-Session folgte eine Live-Demo zur Anlage von Ressourcen im SSH Open Marketplace.

Foto des Workshops. Die Teilnehmenden sitzen an einem großen Tisch und arbeiten an ihren Laptops.
Gruppenarbeit an Workflows im SSH Open Marketplace.
Foto: Nanette Rißler-Pipka CC BY 4.0

Nach einem föderierten Login (z.B. via eduGAIN, DARIAH oder ORCID) konnten die Teilnehmenden direkt loslegen. Zur Erinnerung: Ressourcen können generell selbständig angelegt und vorgeschlagen werden. Das international besetzte Editorial Board des SSH Open Marketplace prüft diese Vorschläge danach und schaltet sie frei. Ein Extra-Bonus während des Editathon: Es waren gleich mehrere Mitglieder des Editorial Boards anwesend, die vorgeschlagene Änderungen und neu angelegte Ressourcen teilweise im Minutentakt (!) freischalten konnten. Ein großes Dankeschön an Michael Kurzmeier (DARIAH-EU), der in einer Doppelfunktion sowohl in den Marketplace einführte als auch das Editorial Board vertrat und an Alexander König (CLARIN-ERIC), der im Editorial Board arbeitet und den CLARIN-Use Case vorstellte.

Für das Mittagessen und Gruppenfoto versammelten sich die Teilnehmenden auf der Terrasse.

12 Personen stehen auf einer Treppe vor einem gelbgestrichenen Haus
Gruppenfoto Editathon SSH Open Marketplace 2026.
Foto: Claudia Hoffmann CC BY 4.0

Auch Teilnehmende, die bereits vor zwei Jahren am Editathon in Bonn dabei waren, profitierten von der Veranstaltung: auf der einen Seite eröffnete der komprimierte Überblick zum aktuellen technischen Status Quo sowie zur Einordnung in die heterogene EU-Infrastruktur Anregungen für die Einbindung neuer Dienste; darüber hinaus war die kollaborative Arbeit in einem großzügig angelegten Zeitfenster Motivation für die Kuration veralteter Einträge, um die Sichtbarkeit eigener Services zu erhöhen und die Attraktivität zu steigern. Beispiele dafür sind der vor zwei Jahren angelegte Dienst „RDMO in Text+“, welcher aktualisiert wurde, sowie der neu angelegte Workflow „Research Data Integration in Text+ (corpora and text collections)“.

Weitere Informationen


  1. Common Language Resources and Technology Infrastructure Deutschland []
  2. Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities Deutschland []
  3. Open Scholarly Communication in the European Research Area for Social Sciences and Humanities Germany []
  4. Taxonomy of Digital Research Activities in the Humanities []
Nanette Rißler-Pipka
Nanette Rißler-Pipka
Eva-Maria Gerstner
Eva-Maria Gerstner
Lukas Weimer
Lukas Weimer
SUB Göttingen, Abteilung Forschung & Entwicklung. ORCID: https://orcid.org/0000-0001-6919-3646
Stefan Buddenbohm
Stefan Buddenbohm
Stefan Buddenbohm arbeitet an der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen im Bereich Forschungsinfrastrukturen. Im NFDI-Konsortium Text+ koordiniert er die Task… Weiterlesen
Michael Kurzmeier
Michael Kurzmeier

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OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Nanette Rißler-Pipka, Eva-Maria Gerstner, Lukas Weimer, Stefan Buddenbohm, Michael Kurzmeier (10. August 2026). SSH Open Marketplace: Editathon in Bonn. Text+ Blog. Abgerufen am 15. September 2026 von https://doi.org/10.58079/16nr9


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